Signum Otfried Laur

Ein Leben für die Bühne

Die Gründer des Berliner Theaterclubs e.V.
Initiator des Publikumspreises „Goldener Vorhang“
Träger hoher Auszeichnungen
Initiator des Berliner Theaterballs
Unermüdlicher Organisator
Reni und Otfried Laur - Ein Leben für die Bühne

Manchmal gibt es das scheinbar wirklich im Leben: zwei Menschen die ganz offensichtlich zusammengehören, finden sich und sind ein Leben lang glücklich miteinander.

Bei Reni und Otfried Laur ist das jedenfalls so. Sie verbindet nicht nur ihre ganz private Liebe, sondern auch noch ihre gemeinsame große Liebe für das Theater. Und so war es fast selbstverständlich, dass der schon in der Höheren Wirtschaftsschule in seine Mitschülerin Reni verliebte „Theateronkel“ Otfried alles versuchte, seiner großen Liebe näher zu kommen. Mit großem Erfolg, denn 1966 wurde geheiratet. Bereits ein Jahr später gründeten Reni und Otfried Laur den Berliner Theaterclub e.V. Für Beide Beruf und Berufung.

Als sie den Club damals  mit 15 Leuten gründeten, ahnten sie noch nicht, welch große Resonanz er finden würde. Zu Spitzenzeiten zählte er 50.000 Mitglieder, heute sind noch etwa 20.000.  Ja, Otfried Laur hat es geschafft, mit seiner Liebe für das Theaterleben so viele Menschen anzustecken! Und so darf er durchaus mit Stolz von sich behaupten, Leiter des weltweit größten Kulturvereins – bezogen auf eine Stadt – zu sein.

Im Jahr 1973 begann er eigene Veranstaltungen zu organisieren,  bis zu 300 pro Jahr brachte er auf die Bühnen dieser Stadt. Otfried Laur hat damit als Kulturveranstalter wahrlich Berliner Kulturgeschichte geschrieben, er hat das multikulturelle Element in die Berliner Kulturlandschaft gebracht, als es den Begriff „Multikulti“ eigentlich noch gar nicht gab.  Vielen, die heute Stars sind, hat er zum Durchbruch verholfen.

Um so erfolgreich zu sein, mussten Reni und Otfried Laur aber auch oft einen harten Arbeitsalltag im Büro meistern. Ihr Weg führte sie deshalb meist schon um 7.00 Uhr in ihr Büro in der Hardenbergstrasse. Bis 2010 begleitete Papagei Otto,  das viel fotografierte Maskottchen des Theaterclubs sie dabei.

Viele Jahrzehnte war Reni „die gute Seele“  des Theaterclubs. Als Büroleiterin sind bei ihr Millionen von Eintrittskarten über den Schreibtisch und zum Versand an die Mitglieder gegangen. Im April 2013 hat sie sich wohlverdient ins Privatleben zurückgezogen. Sie ist eine begeisterte Hobbygärtnerin und will sich nach 50 Arbeitsjahren jetzt endlich mehr Zeit für diese Leidenschaft nehmen. Und auch ihren Otfried will sie langsam  für mehr Zeit für das Private begeistern. Deshalb gibt es den „Büro-Sonnabend“ nicht mehr.

Und so folgte im Mai 2014 der nächste Schritt. Otfried  Laur gibt nach 41 erfolgreichen Jahren seine Tätigkeit als Kulturveranstalter auf. Und auch wenn dieser Schritt ein großer Verlust für die Berliner Kulturlandschaft war, so sei ihm (inzwischen über 70–jährig) jetzt mehr Zeit für ein Privatleben von Herzen gegönnt. Hat er doch mit seinem unermüdlichen Engagement so vielen Berlinern und ihren Gästen viel Freude bereitet.

Gern denkt er an seine unermüdliche Tätigkeit als Präsident des Berliner Theaterclub e. V. zurück.

Um noch lange fit zu bleiben, haben sich Reni und Otfried eine Oase der Ruhe und Entspannung auf ihrem 600 Quadratmeter Grundstück in Alt-Pichelsdorf geschaffen.  Ein Stückchen Bergwiese in einer Ecke des Grundstückes erinnert sie an ihren geliebten Urlaubsort am österreichischen Weißensee.

Text: Margit Kröcher

Persönlichkeiten, die das Leben von Reni und Otfried Laur berührt haben

Reni und Otfried Laur - Ganz privat!

Private Bilder Reni und Otfried Laur

Wenn zwei Menschen sich so für das kulturelle Leben in ihrer Stadt engagieren wie Reni und Otfried Laur, dann fragt man sich: bleibt bei allem noch Zeit für ganz private Momente?  Wie schafft man es, 50 Jahre so glücklich miteinander zu sein, wie diese Beiden es sind?

Ihre ganz persönliche Glücksformel: sie schieben alles Unangenehme zur Seite und genießen gemeinsam die schönen Dinge des Lebens. Jeder Tag beginnt bei ihnen mit einem harmonischen Frühstück. Zuvor hat sich Otfried schon mit einen halben Stunde Gymnastik fit für den anstrengenden Büroalltag gemacht. Sie haben es geschafft, sich die Fähigkeit zu bewahren, sich auch an kleinen Dingen gemeinsam zu erfreuen. Und so genießen sie einen gemeinsamen Spaziergang Hand in Hand an der Havel genauso, wie ein leckeres Essen oder ein gutes Glas Wein.

Schick anziehen, das lieben Beide. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es in ihrem Haus in Alt- Pichelsdorf einen 22 Meter breiten Kleiderschrank gibt. Er bietet Platz für Renis zauberhafte, rauschende Roben und natürlich auch für Otfrieds edle Smokings. Anlässe, dies alles zu tragen, gibt es in ihrem Leben ja wirklich viele. Im Urlaub, an ihrem geliebten Weißensee in Kärnten, darf es dann beim Wandern auch mal die legere Bergestracht sein.

Reni liebt ihren wunderschönen Garten und Otfried hat jetzt etwas mehr Zeit zum Lesen (er ist ein großer Karl-May-Fan) und natürlich zum Kampf um Tennispunkte.

Und dann ist da noch ihre gemeinsame große Liebe: das Berliner Theaterleben, das wird sie wohl Gott sei Dank nie ganz los lassen!

Wir wünschen ihnen von Herzen noch viele wunderschöne gemeinsame Jahre.

Text: Margit Kröcher
Verdienstorden des Landes Berlin
Verdienstorden des Landes Berlin
Gratulanten zum Verdienstorden des Landes Berlin

Auszeichnungen

Auszeichungen Otfried Laur

• Bundesverdienstkreuz am Bande (verliehen am 14. Oktober 1999)
• Verdienstorden des Landes Berlin (verliehen am 1. Oktober 2014)

Anlässlich der Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin am 1. Oktober 2014 formuliert der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit:

Vom Starckdeutschen zum Hochdeutschen, der Sprache Goethes, der einmal formulierte: „Ihr wisst auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag." Ein durchaus doppeldeutiger Satz, aus dem man auch die Klage über eine gewisse Beliebigkeit der Theatermacher herauslesen kann. Auf jeden Fall geht das Probieren munter weiter und wir können uns über viele gelungene Inszenierungen freuen. Es wäre schade, bliebe das Publikum aus. Dass das in Berlin nicht so ist, dafür steht seit 47 Jahren ein Name: Otfried Laur (geboren am 1. Juli 1942 in Berlin).

Wir ehren heute einen Kunstfreund und -förderer, der vor fast fünf Jahrzehnten gemeinsam mit seiner Frau Reni eine folgenreiche Entscheidung traf: nämlich den „Berliner Theaterclub“ zu gründen. Seit 1967 hat sich diese gemeinnützige Besucherorganisation zu einer regelrechten Berliner Institution entwickelt. Sie bringt nicht nur das Publikum ins Theater; ungezählt sind auch die von Otfried Laur initiierten Begegnungen zwischen Künstlern und Publikum, die beide Seiten als Bereicherung empfinden.

Otfried Laurs Wurzeln liegen im Westen der Stadt. Aber längst hat er mit „seinem“ Club ein Angebot für die ganze Stadt etabliert. Er hat sich Verdienste um das Zusammenwachsen der Stadt erworben, indem er Neugier auf die Angebote im jeweils anderen Teil weckte und so zur Vereinigung des Berliner Theaterpublikums beitrug.

Wir können Otfried Laur im Sinne Goethes nur wünschen, dass die Theatermacher nicht aufhören, es weiter zu probieren. Denn erfahrungsgemäß hat er seine Freude daran. Und weiß auch viele Theaterfreunde für das Geschehen auf Berlins Bühnen zu begeistern. Dafür sagen wir Ihnen, lieber Otfried Laur, heute ein herzliches Dankeschön!

Die Drei von der Gesangsstelle
Golden Gospel Pearls
Cindy & Bert

Mehr als 8.000 Events

Seit 1973 haben wir tausende von Veranstaltungen in Berlin durchgeführt, ohne jede Subvention, aber mit viel Herzblut und der großen Unterstützung durch das treue Publikum. Während wir tagsüber im Berliner Theaterclub e.V. gearbeitet haben, waren wir abends und am Wochenende meist in den Konzertsälen der Stadt unterwegs und haben viele Veranstaltungen durchgeführt, bis zu 300 Ereignisse pro Jahr.

Die Begegnungen mit den verschiedensten Künstlern haben uns die Kraft gegeben, dieses bedeutende Kulturprogramm zu kreieren und durchzuführen, oft bis zum Rand der Erschöpfung.

Jetzt gilt es Dank zu sagen, an die Mitarbeiter in unserem Büro, in den Konzertsälen, bei unseren Werbepartnern und vielen anderen, die uns immer unterstützt haben.

Wir haben ein Leben mit positivem Streß geführt, mit vielen Glücksmomenten, mit immer neuen Überraschungen. Und wenn wir heute am Anfang stünden »ja, wir würden alles noch einmal genauso machen« wenn es eben ginge.

Auszug aus: Laur’s Lexikon »Künstler und Veranstaltungen von A bis Z« 1973 – 2014
Karl Dall
Harald Juhnke
Nicole Heesters und Günter Pfitzmann
Edith Hancke, Ezard Haußmann und Eberhard Diepgen
Judy Winter

Reni und Otfried Laur mit …

Auszeichungen Otfried Laur

Wen haben sie nicht getroffen? Wen haben sie nicht für das Berliner Publikum engagiert. Ihre unermüdliche Arbeit für das Kultur- und Theaterleben ist legendär. Etwas davon kann man in den beglückten Gesichtern dieser Galerie erahnen. Lassen Sie sich entführen in die Welt der Stars und Sternchen der vergangenen Jahrzehnte. Mit dem Berliner Theaterclub hat Otfried Laur wie kein anderer eine Brücke gebaut zwischen Kulturschaffenden aus Ost und West, Nord und Süd. Multikulti ist für ihn ein Lebenselixier. Seine Arbeit ist das verknüpfende Band zwischen Bühne und Publikum – immer wieder erfolgreich und in den Bildern nachspürbar.

„Homestory“ in der Berliner Morgenpost

Reni und Otfried Laur im Spiegel der Presse

Reni und Otfried Laur: Ein gemeinsames Leben für die Kultur

In einem der ersten Zeitungsartikel schreibt Die Welt am Sonntag: Von Beruf sind sie Bankkaufmann, Ingenieur, Inspektorenanwärter, Stenotypistin, und sogar ein Gärtner ist dabei: Acht junge Leute (Durchschnittsalter 24 Jahre) haben jetzt mit 10.000 DM Startkapital, das sie selbst aufbringen mußten, den „Berliner Theaterclub e.V.“ gegründet. Sie sind damit – nach der Volksbühne und der Theatergemeinde – an der Spree die dritte Besucherorganisation. An diesem Sonnabend stellten sie sich erstmals der Öffentlichkeit vor. In der Innenstadt veranstalteten sie einen Werbe-Korso und verteilten Handzettel.

Trauer

Auch wenn wir sie alle in Erinnerung behalten werden und sie somit in unseren Herzen lebendig bleiben -
Eine Tür ist zu!
Wir trauern um unsere Freundinnen und Freunde, um unsere Wegbereiterinnen und Wegbereiter.

Otfried Laur Portraits

Otfried Laur

geboren 1942 in Berlin
Vater: Kammermusiker Friedrich Laur
Mutter: Elsbeth Laur, geb. Feist
verheiratet mit Renate Laur, geb. Pohl

Ausbildung: Höhere Wirtschaftsschule Steglitz
Lehre: Berliner Disconto Bank AG
Gründer: Berliner Theaterclub e. V. - gemeinnützige Besucherorganisation
Heute: Präsident in Ruhestand
Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz am Bande und Verdienstorden des Landes Berlin